Kontakt
Bevor Sie einem Fremden die Tür vollständig öffnen, gewährt die Türkette einen kleinen Spalt – ähnlich wie man bei einem unbekannten Anruf erst vorsichtig nachfragt, wer dran ist. Eine Türkette erlaubt es, Kontakt aufzunehmen, ohne gleich die ganze Tür preiszugeben. Doch wie steht es um die tatsächliche Sicherheit? In diesem Beitrag betrachten wir Vor- und Nachteile der Türkette und zeigen, in welchen Fällen sie sinnvoll ist – und wann andere Lösungen mehr Schutz bieten.
Eine Türkette besteht aus einer kurzen stabilen Kette, die an Tür und Rahmen befestigt wird. Öffnet man die Tür, solange die Kette eingehängt ist, öffnet sie sich nur einen Spalt – genug, um zu sehen, wer draußen steht oder mit der Person zu sprechen, aber nicht weit genug, dass die Person eintreten kann. Türketten sind kostengünstig und einfach nachrüstbar: Eine Seite der Kette wird am Türrahmen, das Gegenstück an der Tür montiert.
Funktion: Kommt Druck auf die Tür (z.B. jemand versucht aufzudrängen), spannt sich die Kette und blockiert die Türöffnung auf den Spalt.
• Geringe Kosten: Türketten sind sehr preiswert und im Baumarkt erhältlich. Die Montage kann oft selbst vorgenommen werden.
• Einfache Kommunikation: Sie können die Tür einen Spalt öffnen, um z.B. mit einem Paketboten zu sprechen oder Ausweise anzuschauen, ohne die Tür komplett zu öffnen. Das vermittelt zunächst ein Gefühl von Sicherheit.
• Schnelle Installation: In der Regel genügen ein paar Schrauben. Auch in Mietwohnungen kann man Türketten oft anbringen (ggf. Vermieter fragen).
• Begrenzte Stabilität: Eine Türkette ist nur so stark wie ihre Halterung. Viele Modelle halten einem kräftigen Tritt oder Ruck nicht stand – entweder reißt die Kette aus dem Holz oder sie bricht. Für geübte Einbrecher stellt sie oft nur ein kurzes Hindernis dar.
• Kein vollständiger Schutz: Türketten sichern nur während der Tür-Spalt-Öffnung. Ist die Tür normal geschlossen und verriegelt, bringt die Kette nichts (im Gegensatz z.B. zu einem Querriegelschloss, das immer schützt).
• Behinderung im Notfall: Im Brandfall oder bei Panik kann eine eingehängte Türkette die Flucht verzögern, wenn man in Eile ist – allerdings lassen sich die meisten Ketten auch von innen schnell aushängen, sofern man kühlen Kopf bewahrt.
Eine Türkette kann in Mehrfamilienhäusern oder für allein lebende Personen ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit geben, wenn häufig fremde Besucher kommen (Lieferdienste, Handwerker). Sie ist besser als gar keine Maßnahme, um wenigstens eine Barriere beim Öffnen zu haben. Auch als Übergangslösung – bis man eine bessere Sicherung eingebaut hat – kann sie dienen.
Allerdings: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf eine Türkette, vor allem nicht in Gegenden mit erhöhter Einbruchsgefahr. Sie ist eher ein psychologisches Sicherheits-Feature und dient der Kommunikation, weniger dem echten Einbruchschutz.
Wenn Sie Ihre Türspaltöffnung sicherer gestalten wollen, gibt es robustere Alternativen:
• Tür-Zusatzschloss mit Sperrbügel: Diese funktionieren ähnlich wie Türketten, sind jedoch aus Metallbügeln gefertigt (ein starrer Sperrbügel statt Kette). Ein Beispiel ist das ABUS TAS112 o.Ä. – hierbei rastet ein Metallbügel in einem stabilem Schlitz ein. Der Vorteil: deutlich höhere Stabilität gegenüber einer Kette und oft von außen abschließbar. Ein Tür-Zusatzschloss mit Sperrbügel bietet so Sicherheit und die Spaltfunktion.
• Türspion (Weitwinkel oder digital): Mit einem Türspion können Sie sehen, wer vor der Tür steht, ohne überhaupt öffnen zu müssen. Moderne Digitale Türspione übertragen das Bild auf einen Bildschirm und lassen sich sogar mit dem Smartphone verbinden. Damit entscheiden Sie schon vor dem Öffnen, ob Sie überhaupt die Kette/Sperrbügel einlegen. Idealerweise kombinieren Sie einen Türspion mit einer Türkette oder besser einem Zusatzschloss.
• Gegensprechanlage: In Mehrfamilienhäusern Standard, für Einfamilienhäuser optional: Eine Türsprech-Anlage(ggf. mit Videokamera) erlaubt es, vom sicheren Inneren aus zu klären, wer da ist und was er will. Sie müssen die Tür erst öffnen, wenn Sie sich sicher fühlen.
Frau Schulz aus Achim (nahe Bremen) hatte jahrelang nur eine einfache Türkette an ihrer Haustür. Eines Abends versuchte tatsächlich jemand, die Tür mit Gewalt aufzudrücken, als sie mit eingehakter Kette öffnete – die Kette riss aus dem alten Holzrahmen, Frau Schulz konnte die Tür in letzter Sekunde zudrücken und verriegeln.
Dieses Erlebnis veranlasste sie zu handeln: Sie ließ die Türkette durch ein massives Tür-Zusatzschloss mit Sperrbügel ersetzen. Die Montage erfolgte durch einen Fachbetrieb (Schlegel Sicherheitstechnik). Seitdem kann sie die Tür einen Spalt breit öffnen und der Sperrbügel hält auch starkem Druck stand. Zusätzlich wurde ein stabiler Panzerriegel an einer weiteren Tür installiert, der bei geschlossener Tür umfassenden Schutz bietet. Jetzt fühlt sich Frau Schulz deutlich sicherer – und der Sperrbügel blockiert im Notfall nicht den Fluchtweg, da er sich von innen jederzeit entriegeln lässt.
Eine Türkette bietet nur begrenzten Schutz. Als preiswerte Ergänzung mag sie hilfreich sein, um unbekannten Besuchern nicht gleich die Tür komplett öffnen zu müssen. Für echten Einbruchschutz an der Tür empfehlen Experten jedoch zusätzliche Schlösser oder Riegel.
In Bremen und Umgebung, wo Einbruchprävention ein wichtiges Thema ist, sollten Hausbesitzer überlegen, ob die Investition in ein gutes Zusatzschloss oder sogar einen Querriegel nicht sinnvoller ist. Diese Maßnahmen kosten zwar etwas mehr, erhöhen die Sicherheit Ihrer Haustür aber erheblich.
Unser Ratschlag: Nutzen Sie eine Türkette höchstens als Übergangslösung oder zusätzlichen Kommunikationsschutz. Für dauerhaften Einbruchschutz an der Tür setzen Sie lieber auf robuste Technik. Schlegel Sicherheitstechnik berät Sie gern zu sinnvollen Türsicherungen – von der Türkette bis zum Hochsicherheits-Zusatzschloss. Gemeinsam finden wir die Lösung, mit der Sie sich in Ihrem Zuhause wirklich sicher fühlen können. 🔑🚪
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